
Bier ist in Mexico relativ teuer. Besonders teuer ist aber in letzter Zeit immer öfter das mexicanische Bier.
Vorletzte Woche kaufte ich in einem Superama in Toluca ein 4er-Pack Heineken in Halb-Liter-Dosen für 50 Pesos; Liter-Preis: 25 Pesos. Der Bitburger-8-Pack (0,5-l-Dose) beim Sam’s stand letzten Samstag bei 90,50 Pesos (= 22,62 Pesos pro Liter).
Zum Vergleich kostete letzten Freitag ein Six-Pack Modelo Especial (ich nehme bewusst dieses, weil a) qualitativ mit den beiden erstgenannten vergleichbar und b) ebenfalls in der Dose — Flaschenbier ist immer teurer) in der 355-ml-Dose bei der Bodega Aurrera um’s Eck 65 Pesos; also 30,51 Pesos pro Liter.
Klar, würde ich Plörren wie Bavaria (NL), Gallo (Guatemala) oder Tropical weiss-nicht-was (Mexico) dazu nehmen, wäre der Liter-Preis niedriger, aber schmecken soll’s schon (das ist auch der Grund, weswegen ich Bier trinke; besaufen kann man sich mit anderem Alkohol wahrscheinlich billiger und effektiver).
Aber: warum soll ich z.B. für ein Modelo Especial fast 35 % (in Worten: fünfunddreissig Prozent!) mehr bezahlen als für ein Bitburger, wenn ersteres wesentlich geringere Lohn- und Transport-Kosten hat und weniger Steuer-Belastung erfährt?
Irgendwas ist da faul im mex. Bier-Gewerbe… – ich habe mich jedenfalls am Wochenende mal wieder mit ein paar Bytes (1 Byte = 8 Bit) aus dem Sam’s eingedeckt.
Prost!
Tags: Bier, Party, Preiserhöhung
INEGI (Instituto Nacional de Estadística y Geografía – nationales Statistik- und Geographie-Amt) schreibt:
Ende 2009 gab es:
- 12,6 Mio. informales (das sind die mit einem Stand am Strassenrand (u.a.), die keinen Centavo Steuern zahlen) und Unterbeschäftigte (938.000 mehr als noch Ende 2008),
- 12,3 Mio. Arbeitende, die bei der staatlichen Krankenversicherung IMSS sozialversichert sind (816.000 weniger als Ende 2008)
- knapp 28,7 Mio. Arbeiter, die keinen Zugang zu gesetzlich vorgesehenen Gesundheits-Einrichtungen haben (1,7 Mio. mehr als Ende 2008)
- etwa 16 Mio. Arbeiter, die weniger als 2 Mindest-Löhne (etwa 50 Pesos am Tag; also um die 3.000 Pesos oder etwa 150 Euro im Monat) verdienen, kaum Zugriff auf Gesundheits-Vorsorge haben und Aussicht darauf, aus der Armut heraus zu kommen (Ende 2008 waren es 2,2 Mio. Menschen weniger).
Aber wir können müssen glücklich sein: der Präsident von Mexico und sein Finanzminister haben die Wirtschaftskrise für beendet erklärt. Dann muss es besser werden. Dass die Situation der Arbeiter schon ohne eine wirtschaftliche Besserung ganz übel aussah und -sieht, wird dabei wie immer ”vergessen” und unter den Teppich gekehrt, denn es muss ja ausländisches Investitions-Kapital angelockt werden.
Zu deutsch: es gibt mehr schwarz Arbeitende als legal mit (allen?) gesetzlichen Rechten ausgestattete Arbeitnehmer. Offensichtlich ist das Volks-”Vertretern” und Behörden (dabei herausragend: die Steuer-Behörden) herzlich egal; anstatt mehr Menschen dazu zu bekommen, auch tatsächlich ihre Steuern zu zahlen, ist es ja einfacher, die IVA (MwSt) zu erhöhen und eine Telefon- und Kabel-TV-Steuer einzuführen.
(Zahlen aus dem ausführlicheren Artikel Condiciones laborales en México)
Tags: INEGI, Politiquillos, Populismus, Preiserhöhung, salario mínimo
Grundnahrungsmittel (canasta básica):
- Bananen: +181%
- Fleisch (Huhn, Rind, Schwein): +100%
- Linsen: +131%
- Tomaten: +143%
- Bohnen (frijoles), Reis, Zwiebeln, Chile, Kartoffeln, Speiseöl, Thunfisch, Nudeln (sopa de pasta), Milch, Eier, löslicher Kaffee : zwischen +55% und +60%
… und PROFECO sagt, es gäbe keine Preiserhöhungen…
(Quelle)
Tags: Milch, Preiserhöhung, PROFECO, Verbraucherschutz
Die staatliche Verbraucherschutz-Organisation PROFECO verkündete gestern, es stimme nicht, dass zu Jahresbeginn die Preise für Grundnahrungsmittel (die famose canasta básica) sehr gestiegen seien (ein Zeitungs-Kommentar dazu).
Na, was soll eine direkt von der Föderal-Regierung abhängige Behörde auch anderes sagen, wenn sie um Kürzung ihres Budgets fürchtet…?
Schade, dass das den Läden völlig egal ist. Die Metro ist nun 50 % teurer (von 2 auf 3 Pesos), und seit letzten Montag ist der Fahrpreis im Bus, den ich von und nach Hause nehme, von 19 auf 22 Pesos (knapp 16%) gestiegen.
Tags: Preiserhöhung, PROFECO, Verbraucherschutz