Archiv der Kategorie telefonieren

CFE – Una Empresa de Clase Tercermundista

CFE - Una Empresa de Clase MediocreEin guter Freund hat auf einem kommerziellen Baugelände bei uns im Ort ein paar Geschäfts-Lokale gebaut; genauer gesagt sind es vier auf dem gleichen (laut Grundbuch) Grundstück. Er liess auch gleich den Stromanschluss legen: von einem etwa 150 m entfernten Strom-Mast wurde die Versorgung abgezweigt, zwei neue Pfeiler gesetzt und gleich vor dem neuen Gebäude eigens ein Transformator installiert. Kabel wurden auf das Grundstück verlegt und die nach staatlichem Strom-Konzern Comisión Federal de Electricidad (CFE) notwendigen vorgeschriebenen Vorbereitungen getroffen, damit der Versorgungs-Vertrag abgeschlossen und die Stromzähler installiert werden können.

So weit, so gut – wenn die CFE denn dem Freund Strom geben wollte…!

Um in unserer Region einen neuen Stromversorger-Vertrag abzuschliessen und einen Zähler installiert zu bekommen, kann man nicht in ein Büro der CFE gehen (wo kämen wir denn da hin, wenn auf einmal so viel Personal eingestellt werden würde…), sondern ist gezwungen, die zentrale Rufnummer 071 zu wählen, wo man -wie bei den allermeisten Firmen- sich erst einmal mit irgendwelchen Maschinen herumquälen und viele Tasten drücken muss, bis man zur “richtigen” Person durchgestellt wird. Bei contrataciones sitzt offenbar ein Pool von mehreren Dutzend (wenn nicht Hundert) “menschlichen Telefon-Beantwortern”, um den Kunden (angeblich) zu “dienen”.

Man gibt brav sein Anliegen und dann Name und Adresse an, wo die Installation stattfinden soll, wird gefragt, ob denn auch die Anforderungen zur Installation alle gegeben sind und, wenn man tatsächlich alles zu 100% bejahen kann, bekommt man ein folio, was sowas wie eine Auftragsnummer ist.

Beim ersten Anruf wurde eine offizielle Hausnummer verlangt; mit dem in der escritura (der notariellen Besitz-Urkunde) vermerkten Lote X, Manzana Y war es nicht genug. Diese wird offenbar nicht automatisch von der Stadtverwaltung zugeteilt, sondern muss gesondert beantragt werden (was natürlich kostet). Der Freund bekam sie und rief nochmals an.

“Ja, eigentlich müsste jedes Geschäfts-Lokal eine eigene Hausnummer haben, um einen Vertrag abzuschliessen”, sagte der CFE-Mensch. “Das Grundstück ist aber nur eins und kann deswegen nicht mehrere Hausnummern haben – wie sollte das sonst mit dem Grundbuch und den zu entrichtenden Abgaben aussehen?”, antwortete der Freund. Der CFE-Fuzzi (der offenbar an einem Computer sitzt mit Zugang zu den zentralen Datenbanken) tippte auf seiner Tastatur herum und antwortete: “Nun gut, ihre folios sind X-XXX-XXX-XXY, X-XXX-XXX-XXZ, X-XXX-XXX-XXQ und X-XXX-XXX-XXP.”“Wann kann ich damit rechnen, dass die Zähler installiert werden?”“Das kann ich Ihnen nicht sagen.”“Wieso nicht?”“Weil das vom Arbeitsaufkommen abhängt.”“Kann man mich denn nicht wenigstens einen Tag vorher anrufen, um mir mitzuteilen, dass die Herren am nächsten Tag kommen?”“Nein. Guten Tag.” — Frage: wer hat die Zeit, jeden Tag von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr in einem nicht nutzbaren Geschäfts-Lokal zu hocken und stromlos (!) darauf zu warten, dass sich ein paar CFE-Heinis die “Ehre” geben, einmal vorbeizuschauen und ein bisschen herumzuschrauben?

Die Tage vergingen und die CFE-Leute tauchten niemals auf. Also rief der Freund nochmals an. Diesmal hatte er jemand anderem aus dem Calling Center Personal-Pool an der Leitung, der natürlich gar keine Ahnung hatte, worum es ging. “Ja, hier in der Daten-Bank steht, dass die Anträge abgelehnt wurden, weil kein Strom-Mast in der Nähe ist und die verlangte Verkabelung fehlt”, las er das, was auf seinem Bildschirm angezeigt wurde. Der Freund fiel aus allen Wolken, erklärte, dass die Anforderungen sehr wohl erfüllt wurden, und der CFE-Wutz reaktivierte die Anträge, inklusive neuer folios.

Wieder vergingen viele Tage und keine CFE-Brigade weit und breit. Der Freund rief nochmals an. Der Telefon-Mensch -wieder ein anderer- rezitierte das, was “el sistema” ausspuckte: “Die Anträge wurden abgelehnt, weil das Grundstück nur eine offizielle Hausnummer hat.”“Das ist doch längst geklärt!”, antwortete der Freund entnervt, aber der CFE-Telefonierer wusste (natürlich!) nichts davon: “Na, dann reaktiviere ich die Anträge wieder.” Neue folios wurden erteilt.

Die Tage verrannen und kein CFE-Trupp kam. Erneuter Anruf bei 071. “Die Anträge wurden abgelehnt, weil die vorgeschriebene Erdung fehlt”, hiess es diesmal. “Die Erdung?”, fragte der Freund, “die ist längst da! Ausserdem: wie konnten Eure Leute auf das Grundstück kommen, wenn ein Gitter davor ist?” — Die Anträge wurden reaktiviert (plus neue folios).

Zwei Tage danach rief der Freund nochmals an, um zu sehen, welche Ausrede man diesmal hatte, um nicht zu installieren. “Es gibt keinen Strom-Mast in der Nähe”, hiess es, “geben Sie mir bitte nochmals Ihre Daten, um die Aufträge zu reaktivieren.”“Hör mal zu: gibt es kein Büro, wo ich einmal persönlich vorsprechen kann, um den Schlamassel aufzuklären? Bei Euch kommt man ja nicht weiter. Jedes Mal habe ich jemand anders an der Strippe, der keinen blassen Schimmer von meinem Problem hat und dem es scheissegal ist, ob ich einen Anschluss kriege oder nicht. Mir geht hier saftig Geld verloren, weil ich die Lokale nicht vermieten kann ohne Strom!”“Nein, die CFE hat keine Büros.”“Kann ich mal mit Deinem Vorgesetzten sprechen?” - “Nein, das geht nicht. Geben Sie mir doch einfach Ihre Daten noch einmal.”

Der Freund legte auf.

Nun hat er die Elektriker-Firma, die ihm den ursprünglichen Strom-Anschluss (Abzweigung, Pfosten, Trafo) gelegt hat, beauftragt, ihm Strom zu geben – illegal. Hätte ich ebenfalls so getan.

Wer in Mexico etwas “richtig” machen will, sei es beim Finanzamt, bei Wasser oder Strom, wird damit bestraft, dass einem völlig unnötige bürokratische Hürden in den Weg gestellt werden; wer sich selbst und  ”schwarz” bedient, ist der Gewinner.

Mal sehen, wann der Empresa de Clase Mundial mit ihrem unterirdischen Service aufgeht, dass da einer klaut.

Tags: , , , ,

Handy-Registrierung (III)

Gestern gelesen: es gibt etwa 12.000 Handy-Linien, die auf den Namen Felipe Calderón registriert wurden.
Insgesamt sollen (laut diesem Kommentar) zwei Millionen Telefone auf den Namen des mex. Präsidenten und den des Besitzers von Telcel, Carlos Slim Helú (CURP: SIHC400128HDFLLR01) angemeldet worden sein.

¡Yo no fui! (Ich war’s nicht!) :lol: ;-)

Tags: , , , , , , , ,

Daten-Sicherheit à la mexicana

Heute im El Universal:

In Tepito (dem Viertel in Mexico, wo man alles bekommen kann) kann man allerhand aktuelle (2009) Datenbanken kaufen: vom Wähler-Verzeichnis der gesamten Republik (in dem alle über 18-jährigen Mexicaner eingetragen sind) über das Standort-Verzeichnis der öffentlichen Telmex-Telefonzellen (inkl. Nummer), Personal-Daten zu Polizisten (Name mit Foto, Personal-Nr. und Standort), Verzeichnis aller Gefängnis-Insassen (inkl. Standort und eventuelle Haft-Erleichterungen), das Taxi-Verzeichnis des DF bis zur Liste aller Fahrzeuge im Land (beinhaltet: Kfz-Marke, -Modell, -Jahr und Typ (PKW, Luxusauto, Gütertransport, ÖPNV, etc.), Besitzer mitsamt Adresse, Kennzeichen).

Demnächst wird dort wohl auch das RENAUT-Verzeichnis zu finden sein.

Das republikweite Wählerverzeichnis, inklusive nationalem Kfz-Register, der Liste der erteilten Führerscheine in ganz Mexico und anderen “Extras”, kostet US$ 12.000,- und wird auf drei 160-GB-Festplatten ausgeliefert. Besonders beliebt ist es bei narcos und sonstigem kriminellen Gesocks, und -haltet Euch fest- Behörden.

Ist doch alles ein Schnäppchen, oder…? :mrgreen:

… Und was man damit alles machen kann: Leute entführen, erpressen, umlegen (Daten zwischen Wählerverzeichnis und Auto-Register kreuzen), Luxus-Karossen auf Bestellung klauen, Polizisten bedrohen und/oder korrumpieren (Polizisten-Register mit Wählerverzeichnis vergleichen), und, und, und,… (und das sind nur die allersimpelsten Daten-Auswertungen) - der Phantasie krimineller Hirne sind keine Grenzen gesetzt und wenn man was wirklich kann in diesem Land, dann ist es, immer wieder neue Wege zu finden, um die eigene Geldbörse auf möglichst leichte Art zu füllen und anderen das Leben zur Hölle zu machen.

Aber: in Brasilien und Jamaica werden bestimmt mehr Daten geklaut pro 100.000 Einwohner und mit ihrer Hilfe mehr Leute ermordet, erpresst, entführt,… (pro 100.000 Einwohner, versteht sich) – und trotzdem reden Brasilianer und Jamaicaner nicht schlecht über ihr Land! :mrgreen:

(Quelle 1, Quelle 2)

Tags: , , , ,

Handy-Registrierung (II)

Was die Verlängerung der Anmeldefrist zum berühmten Nationalen Mobiltelefon-Benutzer-Register RENAUT (Registro Nacional de Usuarios de Telefonía Móvil) angeht, habe ich mich wohl geirrt. Ich nehme an, die Betreiber-Firmen haben nicht genügend “Vergünstigungen” springen lassen, um die Senatoren zu “überzeugen”.

Trotzdem -und das ist nichts neues- bleiben da noch mehrere Haare und Fliegen in der Suppe der schönen heilen Welt der totalen Handy-Benutzer-Überwachung:

  1. das das RENAUT begleitende Gesetz, nach dem eine telefonische Belästigung eine Straftat ist, die entsprechend geahndet wird, existiert gar nicht. :shock:
    Laut den Bestimmungen im Diario Oficial de la Federación (DOF – das mex. Bundes-Gesetzblatt) hatten die beiden Parlaments-Kammern Cámara de Diputados und Senado de la República 180 Tage nach In-Kraft-Treten des RENAUT-Gesetzes Zeit, dieses zu verabschieden. Nun sind mehr als 400 Tage verstrichen und das Auf-den-Weg-Bringen des Gesetzes ist selbst in der Cámara de Diputados in weiter Ferne.
  2. wie nicht anders zu erwarten, benehmen sich die Handy-Benutzer wie echte Mexicaner: sie registrieren ihr Mobiltelefon im allerletzten Moment (dass das eine mex. idiosincrasia ist, sagen auch die allermeisten Mexicaner). Obwohl die RENAUT-Betreiber und -Programmierer genau wissen (sollten?), dass es zum Ende der Frist hin ein exponentiell gesteigertes Daten-Aufkommen gibt, sind die Systeme auf den Ansturm nicht vorbereitet, obwohl sie seit mehr als einem Jahr operieren und Zeit genug war, die Kapazitäten zumindest temporär anzupassen (Server anmieten, mirrors erstellen, etc., etc.).
  3. in der Folge von Punkt 2. konnten mehrere Millionen von Handy-Nutzern ihr Telefon nicht rechtzeitig registrieren und die Bestätigungs-Nachricht erhalten. Obwohl es immer hiess, am 11.04.2010 ab 0.00 Uhr würden Leitungen gekappt, wenn sie nicht registriert sind, wurde die Frist kurzerhand bis zum 14.04.2010, 23.59 Uhr (heute!) verlängert.
    Der Betreiber Telefónica Movistar hatte vorher schon angekündigt, Linien seiner Firma nicht ab dem 11.04. abzuschalten und unregistrierten Handy-Nutzern weiterhin Service zu geben.
  4. es gibt keine Form des Beweises der Handy-Nutzer, dass die Registrierung erfolgt ist, ausser -in manchen Fällen- eine SMS mit den Worten (sinngemäss): “Su línea quedó registrada.” Wer sich telefonisch angemeldet hat, hat nichts greifbares.
    Ich z.B. war blöd genug, mich und meine Linie schon im April 2009 zu registrieren und bekam sofort genannte SMS. Mittlerweile habe ich das Telefon aber nicht mehr, sondern ein neues mit neuem SIM-Chip, aber derselben Telefon-Nummer. Die SMS auf dem mittlerweile verkauften alten Handy habe ich selbstverständlich vor dem Verkauf gelöscht. Falls mir die Linie demnächst -absichtlich oder durch einen Fehler in Datenbank und/oder System- gesperrt wird, wie beweise ich, dass ich mich registriert habe?
    Eine Lösung wäre die Einrichtung einer Webseite, auf der man in einem Fenster völlig anonym (s)eine Handy-Nummer eingeben kann und erfährt, ob die Linie registriert ist/wurde oder nicht.

Übrigens: in Tepito, einer landesweit bekannten Gegend, wo man von Piraten-CDs bis grosskalibrigen Waffen alles mögliche illegale bekommt, kann man seit Tagen bereits registrierte SIM-Chips kaufen – auf wessen Namen sie angemeldet sind, bleibt das Geheimnis der Verkäufer. Für 130 Pesos bekommt man eine neue, funktionierende Telefon-Nummer und 90 Pesos Guthaben.

…Und so lebt Mexico wieder einmal in grosser Sorge… – diesmal, dass das über alles geliebte Handy plötzlich aufhört zu funktionieren und das Guthaben futsch ist. Da geht die Nachricht, dass seit Beginn von Präsident Calderón’s “Guerra contra las Drogas” mehr als 22.000 Menschen ihr Leben lassen mussten, völlig unter.

Tags: , , , , , , , , ,

Geo-Lokalisation von Mobil-Telefonen

In Deutschland konnte man es vor ein paar Monaten sehen: mit Hilfe der Geo-Lokalisation seines Handies wurde ein aus der JVA Aachen ausgebrochener Häftling wieder gefasst – er war dermassen überrascht als er, auf seinem Fahrrad sitzend, auf freiem Feld von der Polizei angesprochen wurde, dass er bei der Festnahme keinen Widerstand leistete. Die Daten wurden auf Anfrage von Staatsanwaltschaft und Justiz vom Mobil-Telefon-Betreiber herausgegeben.

Orts-Sprung nach Mexico: die staatliche Telekommunikations-Kommission COFETEL (Comisión Federal de Telecomunicación) unterschreibt mit der US-Firma Telcordia ein Abkommen. Dass es dabei um jene Geo-Lokalisation geht, sagt die Presse-Mitteilung von Telcordia nicht, aber IMHO ist das der Kern der Vereinbarung, auch wenn von number portability und data transfer gesprochen und damit der wahre Grund (Überwachung der Bürger) fein aussen vor gelassen wird.

Wir dürfen gespannt sein, welche Ergebnisse das Abkommen bringt. In einem Land, in dem die Gesetze meist nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen, liegt aber wieder einmal die unverantwortliche und z.T. gefährliche Nutzung von Telefon-Kunden-Daten in der Luft…

P.S. Warum es Geolokalisation in Mexico nicht gibt (zumindest nicht zuverlässig) mit einfacher Triangulation von Sendemasten? Tja, das weiss ich auch nicht; es hat aber wohl was mit fehlender mittel- bis langfristiger Weitsicht zu tun (etwas, mit dem ich im beruflichen Alltag sehr zu kämpfen habe: warum fast & dirty, wenn man mit fundierter Vorab-Planung und ein wenig Mehr-Aufwand das Ganze wirklich gut machen kann?). Sendemasten haben nämlich bisher keine eindeutige (uniqueID, mit der genaue LatLng-Daten relationiert sind…

Tags: , , , ,

Handy-Registrierung

Um zu verhindern, dass einem die Telefon-Nummer gesperrt wird, muss man bis zum 10. April 2010 seine Handy-Nummer registrieren, und zwar beim sogenannten RENAUT (Registro Nacional de Usuarios de Telefonía Móvil), dem zentralen mex. Handy-Nummern-Register. Wozu diese Datenbank gut ist, weiß wahrscheinlich nur der heilige Felipe de Jesús (wahlweise auch bekannt als El Espurio, Felipillo oder FECAL) und seine Erdnuss-Gang (a.k.a. “el gabinete”). Angeblich hilft es gegen extorsión, Schein-Entführungen und allerhand anderen Telefon-Terror, da ja nun alle registriert sind… – nun ja, wer’s glaubt, wird wahrscheinlich selig.

Um sich anzumelden, muss man von seinem Handy eine SMS-Nachricht mit seiner CURP (Clave Única del Registro Nacional de Población – die mex. Gläserner-Bürger-Registrier-Nummer) an eine bestimmte Telefon-Nummer schicken, die dann anscheinend/scheinbar/tatsächlich/angeblich/de veras/de mentiritas (nichtzutreffendes bitte streichen ;-) ) diese CURP überprüft und eine SMS mit dem Inhalt “Su número telefónico quedó registrado” zurückschickt.

Soweit zur Theorie.

Tatsächlich sieht es momentan so aus, dass dieser famose RENAUT, dem k(aum) ein Mexicaner traut, genauso wie vor einigen Jahren der RENAVE (Registro Nacional de Vehículos, bei dem alle Neuwagen registriert und damit dem Autodiebstahl ein Riegel vorgeschoben werden sollte) ein großer Reinfall werden wird. In den letzten Tagen häufen sich Medien-Berichte, dass sich bisher nicht einmal 20 % der Handy-Nutzer angemeldet haben und die restlichen 80 % sich wohl kaum bis zum 10. April (das ist in weniger als 3 Wochen!) noch registrieren werden (aktuelle Nachrichten dazu bei etwas unabhängigeren Medien im Netz (da scheint von der Regierung eine Maultasche ein Maulkorb verordnet worden zu sein), aber auch bei u.a. Excelsior und El Economista).

Aller Wahrscheinlichkeit nach (so schätze ich) wird die Frist zunächst verlängert; was passiert, wenn auch dieses (und evtl. das nächste) Datum verstreicht, weiss kaum einer – womit wir bei der RENAVE-Geschichte wären: damals noch zu PRI-Zeiten unter Präsident Zedillo kam kurz nach Anlaufen des Neuwagen-Registers heraus, dass die Föderal-Regierung den Auftrag zur Daten-Aufnahme an eine Privat-Firma erteilt hatte, und diese Firma einem Argentinier (also Nicht-Mexicaner) namens Miguel Ángel Cavallo gehörte, der -neben einem Großbetrug mit dem RENAVE- zu argentinischen Militär-Diktatur-Zeiten wohl mit Verschwinden, Folter und Ermordung von Regimegegnern zu tun hatte. Cavallo wurde gefaßt und eingesperrt (was aus ihm geworden ist, ist mir unbekannt) und der RENAVE gestoppt (und denen, die schon zwangsregistriert waren und dafür eine saftige Gebühr hatten berappen müssen, wurde kein Centavo erstattet) (mehr Info zum RENAVE bei Wikipedia (obwohl der Artikel wohl bearbeitet werden sollte)).

Doch zurück zum Thema RENAUT:

Welche CURP man in der SMS, die man versendet, angibt, ist an sich egal; es kann jede sein – z.B. die einiger Vertreter der Politiker-Kaste, verantwortlich für diese beknackte Regelung, wie etwa:

  • Felipe de Jesús Calderón Hinojosa (CURP: CAHF620818HMNLNL09),
  • Elba Esther Gordillo Morales (CURP: GOME450206MCSRRL09 - in Wahrheit heisst sie “Elva”),
  • Andrés Manuel López Obrador (CURP: LOOA531113HTCPBN07),
  • Vicente Fox Quesada (CURP: FOQV420702HDFXSC07 ),
  • Carlos Salinas de Gortari (CURP: SAGC480403HDFLRR03),
  • Miguel de la Madrid Hurtado (CURP: MAHM341212HCMDRG09)

(die CURPs kann man hier nachsehen)

Ob diese Herrschaften schon hunderte oder sogar tausende Handies (oder heisst das Handys? … – oder gar Handy’s??) auf ihren Namen registriert haben, weiss ich nicht – ich habe aber ein Gefühl, es könnte so sein… ;-)

(weiterlesen: http://www.luisdzib.com/59)

P.S. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass hier nur ein Spass gemacht wird, das ganze lediglich zu Illustrationszwecken der Absurdität des RENAUT-Registers dient und somit auf keinen Fall eine Aufforderung zu Straftaten oder Identitätsklau whatsoever darstellt. Ihr wisst schon: “Kids (and adults), don’t try this at home!”

:lol:

____

Aktualisierung vom 24.03.10:

Der erste Schritt  ist getan: die ständige Parlaments-Komission für Kommunikation hat/wird eine Verlängerung der Anmelde-Frist zum RENAUT um 6 Monate bis zum 10. Oktober 2010 unterschreiben. Der notwendige formelle Parlaments-Beschluss ist (fast) Formsache (mehr bei El Universal).

___

Aktualisierung vom 26.03.10:

Die Cámara de Diputados hat schon mit grosser Mehrheit für eine Verlängerung der Anmelde-Frist bis zum 10. April 2011 (!) gestimmt; nur der Senado de la República ist/war nicht dafür. Besonders die Mobil-Telefon-Betreiber werden Millionen-Verluste einfahren, wenn von jetzt auf gleich Millionen von Handy-Nummern deaktiviert werden müssen.

Böse Stimmen behaupten, dass in ein paar Tagen, wenn die Mobil-Telefon-Betreiber-Firmen “Geschenke” an die Damen und Herren senadores verteilt haben, doch noch für die Frist-Verlängerung gestimmt werden wird.

Warten wir’s ab (mehr beim El Universal).

Tags: , , , , , ,

Schluß mit den lästigen Anrufen (II)

Für Banken und Versicherungen (laut einem Freund -Finanzchef eines (Ab-) Wasser-Verbandes in Deutschland, der täglich Millionen bewegt- die größten Verbrecher überhaupt) gelten andere Regeln, was telefonische Belästigung angeht.

Dazu muss man die Webseite der CONDUSEF (Comisíon Nacional para la Protección y Defensa de los Usuarios de Servicios Financieros) besuchen und sich im Registro Nacional de Usuarios (REUS) einschreiben.

Die Eintragung schützt einen allerdings nicht davor, von Banken und anderen Verbrecher-Organisationen Finanz-Dienstleistern, denen man Geld schuldet, zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen zu werden. Ob man etwas gegen die ständigen Anrufe, bei denen nach jemandem gefragt wird, der gar nicht unter dieser Telefon-Nummer zu erreichen ist, man ihn nicht mal kennt und dessen Raten angeblich überfällig sind, tun kann, weiß ich nicht. Bei uns hilft immer Name des Anrufers und Firma aufschreiben und sofort danach bei der Anti-extorsión-Nummer anrufen.

(Teil I, Registro Público de Consumidores)

Tags: ,

Schluß mit den lästigen Anrufen (I)

Wem ist es nicht schon passiert, dass sonntags morgens um halb 8 das Telefon klingelt, man verschlafen abnimmt (es könnte ja was wichtiges sein) und einem irgendein Heini eine “súper promoción” andrehen will, um die man nicht gebeten hat und die man gar nicht haben will – und am wenigsten so früh am einzigen Tag der Woche, an dem man etwas länger schlafen kann?

Dem kann man Einhalt gebieten!

Die PROFECO (Procuraduría Federal del Consumidor – Mexico’s Verbraucherschutz-Behörde) hat eine Telefon-Nummer, die man anrufen und sich auf eine Liste setzen lassen kann, um für die nächsten 3 Jahre Ruhe vor diesen lästigen Werbe-Anrufen zu haben. Wenn eine Firma sich mehr als 30 Tage nach der Registrierung erdreisten sollte, Dich zu belästigen, meldest Du sie einfach bei der PROFECO, und dieses Unternehmen wird mit einer Geldstrafe belegt (soweit das vollmundige Versprechen der Behörde (sic!); ob das tatsächlich funktioniert, weiß ich nicht).

Die Telefon-Nummer von Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey aus ist 9628-0000, im Rest von Mexico 01800-962-8000.

Mehr Info beim Registro Público de Consumidores.

(morgen dann der Tip, wie man die Bank-Heinis loswird)

Tags: ,

Obszöne Anrufe (III)

Anmerkung: Ich habe versucht, die Angelegenheit intern zu regeln; da aber offenbar kein Interesse besteht, sehe ich mich gezwungen, das folgende zu schreiben:

___

Von einem Nutzer der Mexico-Community wurde ich auf dies hier hingewiesen:

Das selbe mit Roland, da lese ich dass er “Drohanrufe” bekomme, da wird alles “durch die Blume” so hingestellt dass es ja nur “der eine sein koenne” Und von Sphynx als “Warnung” hier ins Forum reingestellt, fuer all diejenigen, welche noch nicht Rolands Seite gelesen haben. Schmierentheater vom billigsten.

Der Eintrag, auf den sich der User “el vaquero” bezieht, steht in meinem Blog; nicht in der Mexico-Community, und deshalb erachte ich es als ausgesprochen feige und in der Art von hinter dem Rücken tratschenden Waschweibern, mich indirekt, aber ziemlich deutlich der Lüge zu bezichtigen, ohne dass ich die Möglichkeit habe, an gleicher Stelle darauf zu antworten.

Eigentlich wollte ich in dieser doch recht persönlichen Angelegenheit den Ball flach halten ohne all zu viel Aufsehen zu erregen, auch um dem Betroffenen die Chance zu geben, seinen Fehler einzusehen und sich selbst zu korrigieren, aber weil sich das Thema wohl an anderer Stelle zu verselbständigen droht, sehe ich mich gezwungen, dazu etwas zu schreiben.

Zuerst: ich bin nicht verantwortlich für das Handeln anderer Personen (hier namentlich: Sphynx); wer etwas von “billigem Schmierentheater” schreibt, der sollte erst einmal hinsehen (oberflächlich reicht schon…), bevor er sich zu solch dummen Äusserungen hinreissen lässt. Als über 50-Jähriger sollte man das können.
Zweitens: ich habe Beweise dafür, dass hinter den Anrufen eine in der Mexico-Community bekannte Person steckt, und das angeprangerte “Durch-die-Blume-Hinstellen” im Beitrag dient nur dazu, schlimmeres (vor allem für den zweifelsfrei (!) identifizierten Täter) zu verhindern. Ich habe wenig Interesse daran, irgendjemanden (egal wen) legal zu belangen oder gar in den Knast zu bringen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Wenn jemand als cangrejo mexicano, der andere mit in sein Elend reisst, weil er ihnen ihr Leben nicht gönnt, auftreten will, ist das sein Bier (oder -je nach Vorliebe- sein Kaffee, seine Limo, Milch,…), aber wenn man die Intention hat, meine persönliche Integrität zu beschädigen -und das passiert, wenn man mich (vermeintlich) anonym anruft und belästigt-, dann werde ich mich zu wehren wissen.

Wer etwas zu diesem (wie gesagt, sehr persönlichen) Thema zu sagen hat, der möge das hier in diesem Blog tun, und nicht nach Art eines Heckenschützen in der Mexico-Community, wo ich bekanntermassen nicht mehr aktiv bin und keinen Zugriff habe.

Tags: , , ,

Obszöne Anrufe (II)

Das Thema war mit meiner Antwort wohl doch nicht erledigt, denn schon wenige Tage später bekam ich erneut lästige Anrufe auf mein Handy. Jeweils früh morgens und spät abends, manchmal auch mitten am Tag, klingelte das Telefon von einer “private number” (also Nextel, o.ä.). Oft nahm ich schon nicht mehr ab, aber dann rief er so lange an, bis ich dran ging. Meist legte ich sofort wieder auf; manchmal stellte ich einfach auf “mute”, legte den Hörer auf den Schreibtisch und wartete auf das Ende des Anrufs.

Aber mit der Zeit wurde es mir zu bunt und ich wandte mich an Profis, die solche Anrufe -wie sie sagen- “tracen”, sprich: nachverfolgen können. Gestern morgen hatten wir ihn – obwohl ein paar Sekunden ausreichen, liess ich ihn -scheinbar aus Versehen- wissen, dass ich 30 Sekunden bräuchte, um die Nummer herauszufinden. Nach exakt 29 Sekunden legte er auf.

Am Nachmittag klingelte das Telefon wieder. Als ich abnahm, hörte ich einen Lachsack kichern, aber als ich ruhig meinte: “Ya te tengo, güey.” wurde wieder sofort aufgelegt.

Seither ist Ruhe. Und ich weiss wirklich, wer der Übeltäter ist. Er kann’s einfach nicht lassen. Ich empfehle professionelle Hilfe, um diese Psychose in den Griff zu bekommen. Und noch was: sollte ich erneut belästigt werden, werde ich nicht davor zurückschrecken, Anzeige zu erstatten und persönliche Daten des Belästigers, inklusive Foto und Post-Adresse, hier zu veröffentlichen.

Lass’ es also – zu meinem und vor allem zu Deinem Wohl!

P.S. (15.2.10): Leute, die aus der Mexico-Community auf diesen Blog-Post kommen, bitte ich, auch dies hier zu lesen.

Tags: