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Wettbewerbsfähigkeit

Das Weltwirtschaftsforum hat seine jährliche Rangliste zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit von 139 Staaten veröffentlicht. In Deutschland herrscht Freude, denn man verbesserte sich vom 7. auf den 5. Rang.

Und Mexico?

Vorher auf Platz 60 ist das Land nun auf Rang 66 gefallen; hinter Staaten wie Montenegro, Azerbaidschan, Vietnam, Sri Lanka und Jordanien.

Und innerhalb Lateinamerikas?  Da führt Chile (Platz 30) vor Puerto Rico (Platz 41; faktische US-Kolonie); Panama (53), Costa Rica (56), Brasilien (58) und Uruguay (64) liegen alle vor der ehemalig grössten LatAm-Wirtschaftsmacht Mexico. Ob das dem Felipillo und seiner Experten-Schar gefallen wird?

Ups, nun rede ich schon wieder schlecht über Mexico… Asche auf mein Haupt… ;-)

(Quellen: tagesschau.de, World Economic Forum: The Global Competitiveness Report 2010-2011)

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Daten-Sicherheit à la mexicana

Heute im El Universal:

In Tepito (dem Viertel in Mexico, wo man alles bekommen kann) kann man allerhand aktuelle (2009) Datenbanken kaufen: vom Wähler-Verzeichnis der gesamten Republik (in dem alle über 18-jährigen Mexicaner eingetragen sind) über das Standort-Verzeichnis der öffentlichen Telmex-Telefonzellen (inkl. Nummer), Personal-Daten zu Polizisten (Name mit Foto, Personal-Nr. und Standort), Verzeichnis aller Gefängnis-Insassen (inkl. Standort und eventuelle Haft-Erleichterungen), das Taxi-Verzeichnis des DF bis zur Liste aller Fahrzeuge im Land (beinhaltet: Kfz-Marke, -Modell, -Jahr und Typ (PKW, Luxusauto, Gütertransport, ÖPNV, etc.), Besitzer mitsamt Adresse, Kennzeichen).

Demnächst wird dort wohl auch das RENAUT-Verzeichnis zu finden sein.

Das republikweite Wählerverzeichnis, inklusive nationalem Kfz-Register, der Liste der erteilten Führerscheine in ganz Mexico und anderen “Extras”, kostet US$ 12.000,- und wird auf drei 160-GB-Festplatten ausgeliefert. Besonders beliebt ist es bei narcos und sonstigem kriminellen Gesocks, und -haltet Euch fest- Behörden.

Ist doch alles ein Schnäppchen, oder…? :mrgreen:

… Und was man damit alles machen kann: Leute entführen, erpressen, umlegen (Daten zwischen Wählerverzeichnis und Auto-Register kreuzen), Luxus-Karossen auf Bestellung klauen, Polizisten bedrohen und/oder korrumpieren (Polizisten-Register mit Wählerverzeichnis vergleichen), und, und, und,… (und das sind nur die allersimpelsten Daten-Auswertungen) - der Phantasie krimineller Hirne sind keine Grenzen gesetzt und wenn man was wirklich kann in diesem Land, dann ist es, immer wieder neue Wege zu finden, um die eigene Geldbörse auf möglichst leichte Art zu füllen und anderen das Leben zur Hölle zu machen.

Aber: in Brasilien und Jamaica werden bestimmt mehr Daten geklaut pro 100.000 Einwohner und mit ihrer Hilfe mehr Leute ermordet, erpresst, entführt,… (pro 100.000 Einwohner, versteht sich) – und trotzdem reden Brasilianer und Jamaicaner nicht schlecht über ihr Land! :mrgreen:

(Quelle 1, Quelle 2)

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Morde Deinen Fötus, sei glücklich – die Statistiken

Diese Zahlen wurden auf Anfrage des Kollegs katholischer Rechtsanwälte (was es nicht alles für Schulen gibt…) vom Gesundheits-Ministerium (Secretaría de Salud) des DF mitgeteilt (sie sind also hochoffiziell) und umfassen den Zeitraum vom 27. April 2007 (Tag, an dem das Gesetz in Kraft trat) bis zum 31. Januar 2010.

Zahl der Abtreibungen pro delegación:

  • Álvaro Obregón: 2.507
  • Azcapotzalco: 2.113
  • Cuajimalpa: 1.411
  • Cuauhtémoc: 465
  • Gustavo A. Madero: 5.199
  • Iztapalapa: 3.811
  • Magdalena Contreras: 1.086
  • Milpa Alta: 657
  • Tláhuac: 1.154
  • Tlalpan: 576
  • Venustiano Carranza: 14.930 (!)
  • Xochimilco: 1.975
  • gesamt: 35.884

Familienstand der “Patientinnen”:

  • ledig: 52,9% (!)
  • verheiratet: 17,9%
  • geschieden: 2,9%
  • Lebensabschnittsgemeinschaft (unión libre): 25,8%
  • verwitwet: 0,4%
  • keine Antwort: 0,1%

Altersgruppen:

  • 11 bis 14 Jahre: 0,7%
  • 15 bis 17 Jahre: 4,7%
  • 18 bis 24 Jahre: 47,2% (!)
  • 25 bis 29 Jahre: 21,8%
  • 30 bis 34 Jahre: 13,9%
  • 35 bis 39 Jahre: 8,0%
  • 40 bis 44 Jahre: 2,6%
  • 45 bis 54 Jahre: 0,2%
  • nicht erfasst: 1,0%

Die Interpretation der Daten überlasse ich jedem selber. Nur soviel: in den 1.011 Tagen im erfassten Zeitraum (nachrechnen?) kamen durchschnittlich mehr als 35 “potentielle” Kinder pro Tag (!) ums Leben (das sind knapp 250 pro Woche oder mehr als 1.085 pro Monat). :shock: :mad: :cry:

Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang interessant zu erfahren, wie das Verhältnis zwischen der Anzahl der weiblichen Einwohner jeder Altersgruppe zur Anzahl von Abtreibungen ist (davon ausgehend, dass jede Frau nur einmal abgetrieben hat…).

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Morde Deinen Fötus, sei glücklich

Das ist wohl das Motto der aus dem Boden sprießenden ganz legalen (!) Abtreibungs-Kliniken in Mexico-City.

In der Metro z.B. sieht man immer öfter Anzeigen mit glücklich lächelnden jungen Frauen, die suggerieren, eine Abtreibung wäre so etwas wie ein Spa-Besuch (ich zitiere oben abgebildete Werbung):

Eine unerwartete Schwangerschaft?

Es gibt legale Alternativen!

Ruf uns an; wir können Dir helfen…

  • vertrauliche Datenerhebung und exzellenter Service
  • Methoden mit Aussaugen und Tabletten
  • wir befinden uns in der Hospital-Zone in Tlalpan, nur 20 Minuten von der C.U. entfernt
  • wir sind eine seriöse Klinik

Na dann:

Liebe junge Frau: wenn Dir ein paar Tage (bis zu 12 Wochen) nach dem Sex (egal mit wem) der Bauch weh tut, Deine Periode ausbleibt oder Du morgens kotzen musst, gehe einfach zu dieser Klinik und die machen Dir das Kind weg sorgen dafür, dass Dein heißes Abenteuer ohne Folgen bleibt, auch wenn Ihr beide zu blöd wart, Euch zu schützen. Ganz legal, diskret und gar nicht weit weg von der Metro, wo Du dann nach der ambulanten Behandlung hinspazierst, in den Zug steigst, wieder nach Hause fährst, und -das ist das Beste!- keiner hat was gemerkt!

Toll, was?

Naja, dagegen, dass Du Dir später Vorwürfe machst wegen der Tötung, Du depressiv wirst oder Du beim Sex möglicherweise Syphilis, AIDS oder andere Geschlechtskrankheiten abgekriegt hast, können wir nichts tun. Vielleicht beim nächsten Mal Kondom benutzen? – Nee, besser nicht, sonst werden wir arbeitslos…

(Morgen dann die erschreckenden Statistiken zum Fötus-Mord. In Cd. Juárez kommen täglich weniger Menschen durch Tötung ums Leben als Ungeborene in Mexico-City!)

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Anmerkung: ich bin als zweifacher Adoptiv-Vater natürlich ziemlich biased, weil ich der Ansicht bin, dass es besser ist, ein Kind zu bekommen und evtl. in Adoption zu geben – ich kenne genügend unfruchtbare Paare, die für solch ein Kind (fast) alles geben würden.

Natürlich gibt es Gründe für eine Abtreibung (medizinische oder ethische); dass man sie aber wie im Distrito Federal zur Alltags-Prozedur erklärt und ohne jede Einschränkung legalisiert (als wenn man mal eben zum Friseur ginge nach dem Motto: “Morgen kann ich nicht zum Kaffee-Trinken kommen; da lass’ ich mir mal wieder ein Kind wegmachen, das ich im Bauch habe, weil ich keine Lust auf’s Kondom hatte. Aber übermorgen habe ich Zeit.”) halte ich für äusserst fahrlässig und sogar gefährlich für die Gesellschaft.

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P.S. Interessant  ist in diesem Zusammenhang die Diskussion auf tagesschau.de zum Thema Babyklappe in Deutschland.

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Redet nur Gutes über Mexico!

Eine Faustregel besagt, wenn jemand ständig die gleiche Aufforderung wiederholt, dann liegt wohl etwas im Argen. Das gilt sowohl für bekannte Marken, die plötzlich massive Werbe-Kampagnen starten (was heisst, dass die Verkaufszahlen im Keller sind), als auch für Politiker, die täglich darüber schwafeln, dass die Kriminellen nur eine Minderheit seien und man sich von ihnen nicht einschüchtern lassen sollte - ein leichtes für Leute, die ständig und auf Staatskosten von Leibwächtern beschützt werden und den täglichen Terror, dem die Normal-Bevölkerung ausgesetzt ist, gar nicht mitbekommen (und es sie überhaupt nicht interessiert).

Heute hat sich der Präsident wieder so eine Lachnummer geleistet. Hm, eigentlich ist es eher zum Heulen: auf einer Arbeitstagung zum Thema “Tourismus in Mexico” forderte er die Mexicaner (besonders die im Ausland) auf, nicht schlecht über das Land zu reden; schliesslich seien sie “Botschafter” ihrer Heimat, die dafür sorgen müssten, dass das durch Gewaltakte auf offener Strasse, Unsicherheit und Korruption momentan ein schlechtes Image habende Land wieder Tourismus anzieht.

Das Argument: mit 11,5 Gewalt-Verbrechen pro 100.000 Einwohner ist es doch gar nicht so schlimm; in Brasilien, Jamaica und Kolumbien sei es gefährlicher. Tolle Begründung: wenn es bei denen noch mieser ist, dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen… – und solange in Irak oder Ruanda mehr Menschen umkommen, wird in Mexico die Situation weiter schöngeredet, oder?

Ähnlich ist es mit dem Bericht, nach dem 12 mex. Strände in diesen Osterferien nicht zum Baden geeignet sind (der Bericht wird seit langem jährlich verfasst und enthält fast immer die gleichen Strände). Prompt beschwert sich der Gouverneur von Veracruz, dass das alles Lüge sei und nur dem Tourismus schade; schliesslich habe man viel Geld investiert, um die Strände sauber zu halten. Dass im ganzen Land die allermeisten Küstenstädte und Hotels am Strand (auch die modernsten) ihre Abwässer ungeklärt ins Meer leiten, erwähnt er nicht. Vor ein paar Jahren ging der Gouverneur von Guerrero in der Bucht von Acapulco mit grossem Medienrummel schwimmen, um zu beweisen, dass die Weltgesundheits-Organisations-Berichte und die Warnungen der mex. Naturschutzbehörden nicht wahr seien (ob er danach in dermatologische Behandlung gehen musste, weiss ich nicht).

Na, denn: ab sofort wird nur noch gutes über Mexico berichtet.

Ich fange schon mal an: heute sind nur 5 10 15 20 30 40 56  X Menschen hingerichtet worden; gestern waren’s mehr, und beim Bürgerkrieg im Kongo sind auch mehr gestorben.

Das ist doch mal eine gute Nachricht, oder? :mrgreen:

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Bier-Preisvergleich

Bier-Preisvergleich

Bier ist in Mexico relativ teuer. Besonders teuer ist aber in letzter Zeit immer öfter das mexicanische Bier.

Vorletzte Woche kaufte ich in einem Superama in Toluca ein 4er-Pack Heineken in Halb-Liter-Dosen für 50 Pesos; Liter-Preis: 25 Pesos. Der Bitburger-8-Pack (0,5-l-Dose) beim Sam’s stand letzten Samstag bei 90,50 Pesos (= 22,62 Pesos pro Liter).

Zum Vergleich kostete letzten Freitag ein Six-Pack Modelo Especial (ich nehme bewusst dieses, weil a) qualitativ mit den beiden erstgenannten vergleichbar und b) ebenfalls in der Dose — Flaschenbier ist immer teurer) in der 355-ml-Dose bei der Bodega Aurrera um’s Eck 65 Pesos; also 30,51 Pesos pro Liter.

Klar, würde ich Plörren wie Bavaria (NL), Gallo (Guatemala) oder Tropical weiss-nicht-was (Mexico) dazu nehmen, wäre der Liter-Preis niedriger, aber schmecken soll’s schon (das ist auch der Grund, weswegen ich Bier trinke; besaufen kann man sich mit anderem Alkohol wahrscheinlich billiger und effektiver).

Aber: warum soll ich z.B. für ein Modelo Especial fast 35 % (in Worten: fünfunddreissig Prozent!) mehr bezahlen als für ein Bitburger, wenn ersteres wesentlich geringere Lohn- und Transport-Kosten hat und weniger Steuer-Belastung erfährt?

Irgendwas ist da faul im mex. Bier-Gewerbe… – ich habe mich jedenfalls am Wochenende mal wieder mit ein paar Bytes (1 Byte = 8 Bit) aus dem Sam’s eingedeckt.

Prost! 8-)

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Arbeitslosen-Zahlen

“Die Krise ist vorbei. Nun geht es aufwärts mit Wirtschaft und Arbeitsplätzen.” – so ähnlich sagt es immer wieder der mexicanische Präsident.

Die Arbeitslosen-Zahlen sprechen aber von was anderem: im Januar 2010 stiegen sie schon wieder. Nie in der Geschichte Mexico’s hat eine Wirtschafts-Krise so schwer auf die Beschäftigten-Zahlen geschlagen wie diese. Offiziell waren im Januar 2010 5,87 % der Mexicaner arbeitslos; 1,07 % mehr als im Dezember 2009 und 0,87 % mehr als im Januar 2009 (Quelle 1, Quelle 2).

Doch auch 5,87 % wäre z.B. für Deutschland eine Traum-Quote, deshalb hier mal ein paar Zahlen:

Laut INEGI waren im Jahre 2008 45,3 Mio. Mexicaner (und andere in Mexico lebende Menschen) ”ökonomisch aktiv” – sprich: sie haben gearbeitet. Población económicamente activa oder PEA heisst das im INEGI-Jargon. Wie der Wert ermittelt wird, ist mir nicht bekannt, aber wenn es bei einer Bevölkerung von etwa 107 Mio. nur 28 Mio. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren gibt, dann sollte zumindest die Zahl potentieller PEA wesentlich höher sein. Heute arbeiten viele Frauen ebenfalls; da die Anzahl der potentiellen Arbeiter einfach durch (grob) 2 zu teilen, halte ich für äusserst fraglich.

Sei’s drum: von diesen 45,3 Mio. waren 43,5 Mio. Angestellte, aber nur 17,6 Mio. von ihnen waren pflichtgemäss und gesetzlich korrekt bei der staatlichen Sozial-/Kranken-Versicherung IMSS (oder im Sozialsystem für Staatsbedienstete ISSSTE) angemeldet (das sind gerade einmal 40 % der Angestellten) . 11,8 Mio. Menschen waren laut INEGI und Arbeits-Ministerium im “informellen Bereich” tätig, also “offizielle” Schwarzarbeiter, die keine Steuern zahlen und keine soziale Absicherung haben (seltsam, dass die Regierung weiss wieviele es sind, aber nichts dagegen tut…). Der “Rest” der Angestellten (etwa 14 Mio.) war “semi-formell” beschäftigt; sprich: irgendwann im Laufe des Jahres haben sie mal (vielleicht nur für ein paar Wochen) in die Sozial-Versicherung eingezahlt und ansonsten zumindest unterbeschäftigt (wenn nicht eigentlich arbeitslos).

Wie schnell man aus der Statistik fällt, weil langzeit-arbeitslos (falls es sowas in Mexico überhaupt gibt; nach mehreren Monaten ohne Broterwerb wäre man wahrscheinlich längst verhungert), weiss ich nicht, aber ich vermute, recht schnell (da wird man einfach von der PEA abgezogen und gut ist).

Natürlich kann die Milchmädchen-Statistik nicht sagen, wieviele von den “Informellen” und “Semi-Informellen” Arbeit haben, einfach, weil sie nicht erfasst werden können (Steuerzahler und Sozial-Versicherte sind erfassbar). Also wird für die Ermittlung der Arbeitslosen-Quote die Anzahl der IMSS-Versicherten herangezogen, und bei denen sank die Zahl im Zeitraum von November 2008 bis Mai 2009 um gut 637.000 (also etwa 5,4 %).

Voilà, hat man die Quote! (man bedenke, dass meine Zahlen stark gerundet sind)

Wer sagt, Statistik sei schwer? ;-) :mrgreen:

(weitere Lektüre)

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Neue Tricks beim Auto-Klau

Seit Januar 2008 müssen alle Neu-Wagen in und um Mexico-City (in der sogenannten Zona Metropolitana de la Ciudad de México, kurz ZMCM) über einen “Geo-Lokalisations-Apparat” verfügen; so sagt es das Reglamento de Tránsito (die Strassenverkehrs-Ordnung) im Artikel 16, Absatz XI. In den allermeisten Fällen  ist das ein im Wagen irgendwo versteckt installierter GPS-Empfänger, der im Notfall (manche tun es auch periodisch) über GPRS ein Signal an einen Daten-Server sendet. Damit soll der Auto-Diebstahl eingedämmt werden und Autos schneller wieder ausfindig gemacht werden können.

Nun veröffentlichte gestern der Auto-Versicherer-Verband die Jahres-Statistiken zum Diebstahl. Im Jahre 2009 stieg der Auto-Diebstahl in ganz Mexico um 13,4 %; in Mexico-City (= Distrito Federal) ging er zwar um 3,9 % zurück, im Estado de México (meist Umgebung von Mexico-City) stieg er allerdings um 18,8 %. Das sind die Zahlen, die die Versicherer angeben; nichtversicherte gestohlene Wagen wurden also gar nicht erfasst. (Quelle)

Naja, die im Auto installierten GPS-Geräte nützen nicht viel (um nicht zu sagen: gar nichts), wenn man GPS Jammer wie diesen hier problemlos besorgen kann. Auto aufbrechen, jammer in den Zigaretten-Anzünder (noch bevor man das Zündschloss öffnet), und dann kann das GPS senden, was es will, denn es hat keine Ahnung, wo es sich auf diesem Planeten befindet. Wenn das Auto dann in Sicherheit gebracht ist, hat man alle Zeit der Welt, das GPS zu suchen und unschädlich zu machen.

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Arbeits-Bedingungen in Mexico

INEGI (Instituto Nacional de Estadística y Geografía – nationales Statistik- und Geographie-Amt) schreibt:

Ende 2009 gab es:

  • 12,6 Mio. informales (das sind die mit einem Stand am Strassenrand (u.a.), die keinen Centavo Steuern zahlen) und Unterbeschäftigte (938.000 mehr als noch Ende 2008),
  • 12,3 Mio. Arbeitende, die bei der staatlichen Krankenversicherung IMSS sozialversichert sind (816.000 weniger als Ende 2008)
  • knapp 28,7 Mio. Arbeiter, die keinen Zugang zu gesetzlich vorgesehenen Gesundheits-Einrichtungen haben (1,7 Mio. mehr als Ende 2008)
  • etwa 16 Mio. Arbeiter, die weniger als 2 Mindest-Löhne (etwa 50 Pesos am Tag; also um die 3.000 Pesos oder etwa 150 Euro im Monat) verdienen, kaum Zugriff auf Gesundheits-Vorsorge haben und Aussicht darauf, aus der Armut heraus zu kommen (Ende 2008 waren es 2,2 Mio. Menschen weniger).

Aber wir können müssen glücklich sein: der Präsident von Mexico und sein Finanzminister haben die Wirtschaftskrise für beendet erklärt. Dann muss es besser werden. Dass die Situation der Arbeiter schon ohne eine wirtschaftliche Besserung ganz übel aussah und -sieht, wird dabei wie immer ”vergessen” und unter den Teppich gekehrt, denn es muss ja ausländisches Investitions-Kapital angelockt werden.

Zu deutsch: es gibt mehr schwarz Arbeitende als legal mit (allen?) gesetzlichen Rechten ausgestattete Arbeitnehmer. Offensichtlich ist das Volks-”Vertretern” und  Behörden (dabei herausragend: die Steuer-Behörden) herzlich egal; anstatt mehr Menschen dazu zu bekommen, auch tatsächlich ihre Steuern zu zahlen, ist es ja einfacher, die IVA (MwSt) zu erhöhen und eine Telefon- und Kabel-TV-Steuer einzuführen.

(Zahlen aus dem ausführlicheren Artikel Condiciones laborales en México)

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Kinderlos in Deutschland

… ist was anderes als Schlaflos in Seattle! ;-)

2009 ist das erste Jahr, in dem die Anzahl der kinderlosen und Single-Haushalte diejenigen mit Kindern übersteigt.

39,5% deutscher Haushalte werden von nur einer einzigen Person bewohnt, 31,1% sind Haushalte ohne Kinder, und die restlichen 29,4% sind Haushalte mit Kindern (mit jeweils einem oder mehreren Erwachsenen).

Deutschland vereinsamt weiterhin. Über Chat, social networks, Internet-Foren, usw. hat man “Freunde” am anderen Ende der Welt, aber die soziale Fähigkeit, Leute in der Nähe kennen- und evtl. lieben zu lernen, scheint verloren zu gehen.

Ist etwa die “Party-Flirt-Box” dem Sozial-Leben förderlich? – Falls ja, sollte man sie am kommenden Karnevals-Wochenende unbedingt dabei haben!

Wie singt Jochen Distelmeyer so schön? – “…einsam sein ist keine Kunst…”

(über GIS Cafe)

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