Archiv der Kategorie automobil

Die Stadt ohne GPS

Eine tiefsitzende Tendenz bringt uns dazu nachzuforschen, wo sich die Dinge befinden. Eine andere tiefsitzende Tendenz bringt uns dazu, sie zu verstecken. Die gleiche Spezies, die die Kartographie entwickelte, erfand das Labyrinth.

Bestimmte urbane Landschaften (Paris, Manhattan, der ältere Teil von Puebla) sind wie eine Laune der Ordnung. Andere zeigen sich, wie [Carlos] Monsiváis bemerkt, wie “Rituale des Chaos”.

Die Erfindung des GPS hat einige Überraschungen mit sich gebracht. Das Geheimnis der Orientation, hinderlich für das eheliche Zusammenleben, scheint endlich gelöst zu sein. Die Strassen der Erde passen auf einen Bildschirm; eine Stimme leitet Dich nach links oder rechts mit der gleichen Sicherheit, mit der die Winde zu den Phöniziern sprachen.

Aber einige Orte unterliegen einer anderen Logik: sie wurde kartographisch aufgenommen, ohne dass es viel nützt. Einer von ihnen: der unermesslich grosse Distrito Federal. Hier ist das GPS das gleiche wie der Gesang der Sirenen für Odysseus: eine unwiderstehliche Versuchung, die in den Wahnsinn führt.

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Opel-Gang (II)

Diesen, noch älteren Opel Rekord (auf dem Typenschild am Heck stand: Opel 1200, obwohl der Wagen nicht mit 1200-ccm-Motor gebaut wurde) sah ich in der Colonia Portales (DF). Es handelt sich um das Modell Rekord A, gebaut von 1963 bis 1965.

Enjoy!

Opel Rekord A

Opel 1200?

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Daten-Sicherheit à la mexicana

Heute im El Universal:

In Tepito (dem Viertel in Mexico, wo man alles bekommen kann) kann man allerhand aktuelle (2009) Datenbanken kaufen: vom Wähler-Verzeichnis der gesamten Republik (in dem alle über 18-jährigen Mexicaner eingetragen sind) über das Standort-Verzeichnis der öffentlichen Telmex-Telefonzellen (inkl. Nummer), Personal-Daten zu Polizisten (Name mit Foto, Personal-Nr. und Standort), Verzeichnis aller Gefängnis-Insassen (inkl. Standort und eventuelle Haft-Erleichterungen), das Taxi-Verzeichnis des DF bis zur Liste aller Fahrzeuge im Land (beinhaltet: Kfz-Marke, -Modell, -Jahr und Typ (PKW, Luxusauto, Gütertransport, ÖPNV, etc.), Besitzer mitsamt Adresse, Kennzeichen).

Demnächst wird dort wohl auch das RENAUT-Verzeichnis zu finden sein.

Das republikweite Wählerverzeichnis, inklusive nationalem Kfz-Register, der Liste der erteilten Führerscheine in ganz Mexico und anderen “Extras”, kostet US$ 12.000,- und wird auf drei 160-GB-Festplatten ausgeliefert. Besonders beliebt ist es bei narcos und sonstigem kriminellen Gesocks, und -haltet Euch fest- Behörden.

Ist doch alles ein Schnäppchen, oder…? :mrgreen:

… Und was man damit alles machen kann: Leute entführen, erpressen, umlegen (Daten zwischen Wählerverzeichnis und Auto-Register kreuzen), Luxus-Karossen auf Bestellung klauen, Polizisten bedrohen und/oder korrumpieren (Polizisten-Register mit Wählerverzeichnis vergleichen), und, und, und,… (und das sind nur die allersimpelsten Daten-Auswertungen) - der Phantasie krimineller Hirne sind keine Grenzen gesetzt und wenn man was wirklich kann in diesem Land, dann ist es, immer wieder neue Wege zu finden, um die eigene Geldbörse auf möglichst leichte Art zu füllen und anderen das Leben zur Hölle zu machen.

Aber: in Brasilien und Jamaica werden bestimmt mehr Daten geklaut pro 100.000 Einwohner und mit ihrer Hilfe mehr Leute ermordet, erpresst, entführt,… (pro 100.000 Einwohner, versteht sich) – und trotzdem reden Brasilianer und Jamaicaner nicht schlecht über ihr Land! :mrgreen:

(Quelle 1, Quelle 2)

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Datenabgleich á la mexicana

Tenencia 2010 Wieder einmal flattert mir ein Steuer-Bescheid aus dem Distrito Federal ins Haus (oder viel mehr: ins Haus meiner Schwiegermutter). Darauf wird schon im dritten Jahr hintereinander die lokale Kfz-Steuer (= tenencia) des jeweiligen ejercicio fiscal verlangt.

An sich ist das nichts neues und nicht der Rede wert; schließlich muß jede Regierung Steuergelder eintreiben und sich finanzieren. In meinem Fall ist das allerdings etwas seltsam, weil der Wagen, für den die Steuer verlangt wird, seit ebenjenen drei Jahren im Estado de México angemeldet ist.

Als ich meinen guten alten VW Käfer (in der Zwischenzeit längst verkauft) im Januar 2008 auf meinen Wohnsitz im EdoMex. ummeldete, gab ich beim zuständigen Verkehrsamt sowohl Fahrzeugschein (tarjeta de circulación) als auch beide DF-Kennzeichen ab und bekam sofort neue Nummernschilder des Estado de México, eine entsprechende tarjeta de circulación auf meinen Namen und den Daten des Fahrzeugs und den ‘hübschen’ Aufkleber mit der Kennzeichen-Nummer, den (aus mir unverständlichen Gründen) jedes Auto auf einer der Scheiben kleben haben muß. Laut Aussage der Beamten auf dem Verkehrsamt wurden sowohl Kfz-Schein als auch Nummernschilder an die DF-Behörden geschickt und damit der Wechsel des Bundesstaates angezeigt.

Nun ja, offenbar ist da irgendetwas falsch gelaufen, was mich eigentlich gar nicht wundert. Mexicanische Behörden (und auch viele Firmen) sind im Daten-Abgleich und der Eingabe von veränderten Daten (im SQL-Kauderwelsch ist das das U von CRUD) nicht die Stärksten. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.

P.S. Übrigens: das Wahlversprechen von Calderón, die Kfz-Steuer auf Republik-Ebene abzuschaffen (die tenencia federal) ist längst eingehalten worden (siehe das entsprechende Gesetz). Die, die aber kein Interesse daran haben, dass das publik wird, sind die Bundesstaaten; die behalten nämlich die tenencia federal in ihrer eigenen Tasche. Das Eintreiben der tenencia ist optional, nicht obligatorisch, und bisher ist der einzige Staat, der sie abgeschafft hat, der Bundesstaat Querétaro.

Beschwerden dazu sollten an den jeweiligen gobernador (“meiner” ist Babyface Peña Nieto) gehen; der Präsident hat die Steuer nämlich tatsächlich (ich hab’s zuerst auch nicht geglaubt…) gestrichen.

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Irgendwasse sind einfach besser

Auch englische Wörter richtig trennen will gelernt sein. Da wurde wohl am falschen Ende gespart, und nun hat Illy den Salat… – ganz schön peinlich. :lol:

(Aufschrift auf einem Firmen-Lieferwagen)

Kaugummi

Diesen Streifenwagen der Policía Bancaria sah ich vor kurzem am Straßenrand stehen. Offenbar hatten die im Wagen sitzenden Polizisten die klebrige Masse am Reifen noch nicht bemerkt. Auch als ich mich von hinten näherte, um das Foto zu machen, rührte sich niemand. Kein Wunder, wie ich kurz darauf sah… – die Herren waren gerade bei einem Nickerchen. (Schlaf-) Trunken im Dienst, sozusagen. ;-)

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Neue Tricks beim Auto-Klau

Seit Januar 2008 müssen alle Neu-Wagen in und um Mexico-City (in der sogenannten Zona Metropolitana de la Ciudad de México, kurz ZMCM) über einen “Geo-Lokalisations-Apparat” verfügen; so sagt es das Reglamento de Tránsito (die Strassenverkehrs-Ordnung) im Artikel 16, Absatz XI. In den allermeisten Fällen  ist das ein im Wagen irgendwo versteckt installierter GPS-Empfänger, der im Notfall (manche tun es auch periodisch) über GPRS ein Signal an einen Daten-Server sendet. Damit soll der Auto-Diebstahl eingedämmt werden und Autos schneller wieder ausfindig gemacht werden können.

Nun veröffentlichte gestern der Auto-Versicherer-Verband die Jahres-Statistiken zum Diebstahl. Im Jahre 2009 stieg der Auto-Diebstahl in ganz Mexico um 13,4 %; in Mexico-City (= Distrito Federal) ging er zwar um 3,9 % zurück, im Estado de México (meist Umgebung von Mexico-City) stieg er allerdings um 18,8 %. Das sind die Zahlen, die die Versicherer angeben; nichtversicherte gestohlene Wagen wurden also gar nicht erfasst. (Quelle)

Naja, die im Auto installierten GPS-Geräte nützen nicht viel (um nicht zu sagen: gar nichts), wenn man GPS Jammer wie diesen hier problemlos besorgen kann. Auto aufbrechen, jammer in den Zigaretten-Anzünder (noch bevor man das Zündschloss öffnet), und dann kann das GPS senden, was es will, denn es hat keine Ahnung, wo es sich auf diesem Planeten befindet. Wenn das Auto dann in Sicherheit gebracht ist, hat man alle Zeit der Welt, das GPS zu suchen und unschädlich zu machen.

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“Routen-Neuberechnung”: Navi-Spass in der Stadt

Seit einigen Wochen habe ich ein neues Nokia-Handy, auf dem auch das Programm Nokia Maps bzw. Ovi Maps läuft. Auf einem 360×640-Pixel-Bildschirm sind die auf das Telefon herunterladbaren Karten (von Nokia-Tochter Navteq) durchaus angenehm anzusehen.

Letzten Sonntag wollte ich die neuerdings kostenlose Navigation einmal ausprobieren; ein Ausflug nach Xochimilco stand auf dem Programm. Aus Richtung Ecatepec bis Indios Verdes war ja nichts falsch zu machen: immer der Autobahn nach in die Stadt hinein. Was danach kam, liess tief blicken in die Qualität der Mexico-Karten aus dem Hause Navteq (leider (!) fast die einzigen verfügbaren für dieses Land).

An der Kreuzung Insurgentes/Paseo de la Reforma ging es los: ab dort wollte mich das Gerät partout und sehr penetrant auf den Periférico schicken. Egal, wie weit ich auf Insurgentes gen Süden fuhr, immer sollte ich irgendwo rechts abbiegen. Selbst als ich auf den Viaducto Richtung Flughafen einbog, versuchte das Navi mich auf die Laterale zu lotsen, damit ich dort um 180° wende und zurück zum Periférico führe. Auf der Calzada de Tlalpan wurde ich immer wieder aufgefordert, rechts abzubiegen. Erst kurz vor dem Abzweig zum Azteken-Stadion hatte das Gerät endlich begriffen, wohin ich wollte und auf welchem Weg.

Das wohl meist gehörte Wort, das das Navi ausstiess, um mich zu führen, war “Routen-Neuberechnung”. Selbst “biegen Sie rechts” oder “links ab” war seltener im Wortschatz der freundlichen Frauenstimme.

Der Grund für dieses Chaos ist ganz einfach zu erklären. Die eigentliche Software Nokia Maps/Ovi Maps und ihre Algorithmen ist in jedem Land die gleiche, also sind es die Karten-Daten, die Schwierigkeiten bereiten. Sprich: schlechte Daten-Aufnahme.

Ein Beispiel: der Periférico ist in den Navteq-Daten als Autobahn kategorisiert, was schon von vorn herein falsch ist. Er ist zwar mehrspurig und kreuzungsfrei, aber er ist -auch offiziell- keine Schnellstrasse und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h. Klar, in der subjektiven Wahrnehmung der Mexico-City-Einwohner ist er eine “schnelle Strasse”, aber wenn man den täglichen Verkehrs-Horror in Betracht zieht und, wie in meinem Fall, welch enormen Umweg er auf der Reise von Indios Verdes nach Xochimilco darstellt, dann ist es ziemlich deutlich, dass da was im Argen liegt und Navteq seine Daten grundlegend überarbeiten sollte.

Ein anderes Beispiel: am Nachmittag fuhren wir nach Tepepan. Wer das Dorf kennt, weiss, dass es fast ausschliesslich aus kleinen Strässchen besteht, durch die meistens nicht mehr als ein Auto passt. Wenn man Pech hat, steht dort ein Wagen geparkt und man muss umdrehen. Wie kann Navteq das in seinen Daten nicht berücksichtigen und mich auf dem Weg aus Tepepan Richtung Azteken-Stadion durch die kleinsten der kleinen Strassen schicken, anstatt mich über die Hauptstrasse bis zum nächsten 180°-Wendepunkt zu leiten, um von dort problemlos in die richtige Richtung zu fahren?

Ich kenne die Geschichte der Navteq-Daten und wo sie ursprünglich herkommen. Offenbar wurden die jahrealten Dateien so übernommen, wie sie zu gedas-Zeiten waren, ohne sie auf Kategorisierungs- und andere Fehler abzuklopfen und Neu-Information einfach angehängt. Leider sind die TomTom-Karten für Mexico noch schlechter; da lernte ich vor ein paar Monaten Vertreter der Firma kennen, die diese Daten produziert hatte und die stolz berichteten, ihre Karten wären besser (quasi unfehlbar). Schon nach einem oberflächlichen Check und in weniger als 5 Minuten mit ihrem Navi konnte ich anhand mehrerer Beispiele das Gegenteil beweisen, was ihnen natürlich überhaupt nicht gefiel…

Es gibt ein paar andere, kleinere Daten-Provider, deren Personal- und Aktualisierungs-Kapazitäten eingeschränkt sind, deren Karten aber z.T. besser sind als Navteq und TomTom zusammen. Leider kann man sie meist nur auf Garmin-Nüvis benutzen (und muss z.T. die entsprechende Navi-Software zu den Daten dazukaufen).

So bleibt einem -zumindest in Mexico City- nicht viel übrig, als sich auf seine Orts- und Strassenzustands-Kenntnis zu verlassen und das Navi mit seinem ständigen “Routen-Neuberechnung”-Gesülze labern zu lassen, während man sich seinen Weg selber sucht. Und mal ehrlich: um auf dem Land über die Landstrasse oder Autobahn zu fahren, brauche ich kein Navi – das kann auch mein Beifahrer mit einer guten, alten Papier-Karte auf dem Schoss…

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Opel-Gang

Ein anscheinend (?) verlassener, aber recht gut erhaltener Opel Rekord C (gebaut von 1966 bis 1972)  in der Colonia San Rafael in Mexico City:

Zwei Autos dahinter steht ein 7er-BMW aus den 90ern, der nicht mehr so toll aussieht.

(ich verweise auf diesen Post, der in direktem Zusammenhang zu dem hier steht)

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Fahrzeug, verlassen, sucht…

Solche Autos sieht man in Mexico City desöfteren am Straßenrand. Da sie wahrscheinlich Totalschaden haben und nicht mehr fahren, werden sie dort einfach stehen ge- und ihrem Schicksal überlassen. Den Behörden ist das meist egal und den Anwohnern anscheinend auch (immerhin wird da ein Parkplatz auf der Straße unnötig “blockiert”).

Manche Schrottkisten werden sogar, obwohl die städtischen Behörden wissen, dass die Karre nichts mehr taugt (und keine Steuern mehr zahlt), absichtlich an ihrem Platz gelassen.

Ein Beispiel dafür ist dieser alte, offenbar unbrauchbare Lieferwagen, den ich (werk-) täglich auf dem Weg zur Arbeit sehe. Er wurde zwar mit einem Aufkleber “Vehículo Abandonado” (“Verlassenes Fahrzeug”) versehen und hat keine Nummernschilder, steht aber weiterhin am Straßenrand. In ihm “wohnt” ein Mann, der wegen seines Rauschebartes durchaus als “Santa Clos” durchgehen könnte und dort unter einem Haufen Decken schläft. Außerdem -und das erstaunt mich immer wieder- wird der Wagen mindestens einmal die Woche an einen anderen Platz im gleichen Häuserblock bewegt (gefahren? geschoben?), inklusive Straßenseitenwechsel.

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