Pez de Cebolla

oder: Zwiebelfisch à la mexicana” ;-)

In den Werbe-Pausen der morgendlichen Nachrichten werden fast nur Medikamente (und Mittelchen, die vorgeben, Medikamente zu sein) angepriesen; von Anti-Stress-Mittelchen, Anti-Pickel-Pillen, Anti-Krampfadern- und -Hämorrhoiden-Cremes über Appetit-Zügler, Anti-Fusspilz-Cremes und Vitamin-Präparate bis zu Anti-Haarausfall-Shampoos, Vernarbungs-Pasten, Anti-Grippe-Mittelchen und Warzen-Entfernern.

Die Wirkung dieser Präparate wird (fast?) immer  mit “eficaz” beworben, worüber ich mich jedes Mal wundere. Wenn ein Produkt “eficaz” ist, dann bedeutet das, dass es das erreicht, wozu es hergestellt wurde. Dass z.B. eine Anti-Fusspilz-Creme genau das tut (nämlich: Fusspilz beseitigen), sollte doch selbstverständlich sein, oder?

Wäre ein Produkt “eficiente”, dann wäre das ein Grund für mich, dieses Mittel bevorzugt zu kaufen und nicht das der Konkurrenz. “Eficiente” ist etwas/jemand, das/der das Ziel erreicht und dabei weniger Material/Mühe braucht als allgemein angenommen – zu deutsch: wenn -um beim gleichen Beispiel zu bleiben- die Anti-Fusspilz-Creme anstatt z.B. 14 Tagen nur 7 braucht, um den Fusspilz zu beseitigen und/oder bei gleicher Wirkungsweise billiger ist als die Konkurrenz, dann ist sie “eficiente” (vorausgesetzt, die Werber haben nicht gelogen, was ja leider nicht selten vorkommt).

Alles klar?

(wen das tiefergehend interessiert, der kann mal bei der Real Academia Española (dem “Duden” der spanischen Sprache) nachsehen. Demjenigen sei aber gesagt, dass das nicht sehr ergiebig ist)

Gedanke zum Welt-Frauentag

Ich habe ein Unbehagen, wenn eine feministische Theologie propagiert wird oder Versuche gemacht werden, Gott weiblich darzustellen. Das führt völlig weg von dem, um was es eigentlich geht. Denn am Ende haben wir es mit einem Geheimnis zu tun, das jenseits dieser Unterscheidungen wirkt.

Bert Hellinger

(aus: Hellinger, Bert 2000: Religion – Psychotherapie – Seelsorge, München, ISBN 3-466-30526-8)

Schluß mit den lästigen Anrufen (II)

Für Banken und Versicherungen (laut einem Freund -Finanzchef eines (Ab-) Wasser-Verbandes in Deutschland, der täglich Millionen bewegt- die größten Verbrecher überhaupt) gelten andere Regeln, was telefonische Belästigung angeht.

Dazu muss man die Webseite der CONDUSEF (Comisíon Nacional para la Protección y Defensa de los Usuarios de Servicios Financieros) besuchen und sich im Registro Nacional de Usuarios (REUS) einschreiben.

Die Eintragung schützt einen allerdings nicht davor, von Banken und anderen Verbrecher-Organisationen Finanz-Dienstleistern, denen man Geld schuldet, zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen zu werden. Ob man etwas gegen die ständigen Anrufe, bei denen nach jemandem gefragt wird, der gar nicht unter dieser Telefon-Nummer zu erreichen ist, man ihn nicht mal kennt und dessen Raten angeblich überfällig sind, tun kann, weiß ich nicht. Bei uns hilft immer Name des Anrufers und Firma aufschreiben und sofort danach bei der Anti-extorsión-Nummer anrufen.

(Teil I, Registro Público de Consumidores)

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Schluß mit den lästigen Anrufen (I)

Wem ist es nicht schon passiert, dass sonntags morgens um halb 8 das Telefon klingelt, man verschlafen abnimmt (es könnte ja was wichtiges sein) und einem irgendein Heini eine “súper promoción” andrehen will, um die man nicht gebeten hat und die man gar nicht haben will – und am wenigsten so früh am einzigen Tag der Woche, an dem man etwas länger schlafen kann?

Dem kann man Einhalt gebieten!

Die PROFECO (Procuraduría Federal del Consumidor – Mexico’s Verbraucherschutz-Behörde) hat eine Telefon-Nummer, die man anrufen und sich auf eine Liste setzen lassen kann, um für die nächsten 3 Jahre Ruhe vor diesen lästigen Werbe-Anrufen zu haben. Wenn eine Firma sich mehr als 30 Tage nach der Registrierung erdreisten sollte, Dich zu belästigen, meldest Du sie einfach bei der PROFECO, und dieses Unternehmen wird mit einer Geldstrafe belegt (soweit das vollmundige Versprechen der Behörde (sic!); ob das tatsächlich funktioniert, weiß ich nicht).

Die Telefon-Nummer von Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey aus ist 9628-0000, im Rest von Mexico 01800-962-8000.

Mehr Info beim Registro Público de Consumidores.

(morgen dann der Tip, wie man die Bank-Heinis loswird)

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Ebrard’s Sponsor

Official Sponsor of the Mexico City Government

Im Dezember ließ sich die DF-Regierung ihren “höchsten Weihnachtsbaum der Welt” (ein Metallgerüst mit Lämpchen, das den Verkehr auf dem Paseo de la Reforma erheblich behinderte) von Pepsico bezahlen. Nun wird auch das Festival del Centro Histórico (so hieß es früher; heute nennt man es neoliberal-marketingtechnisch ausgeklügelt  “fmx”) von der Zuckerbrause-Firma gesponsort.

Ob Pepsi demnächst auf seinen Plastikflaschen und Aludosen einen Werbe-Hinweis mit “Official Sponsor of the Mexico City Government and Presidential Candidate Marcelo Ebrard” haben wird? ;-) Neu wäre das nicht… - schließlich war Ex-Präsident Vicente Fox vorher Manager von Coca-Cola.

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Bier-Preisvergleich

Bier-Preisvergleich

Bier ist in Mexico relativ teuer. Besonders teuer ist aber in letzter Zeit immer öfter das mexicanische Bier.

Vorletzte Woche kaufte ich in einem Superama in Toluca ein 4er-Pack Heineken in Halb-Liter-Dosen für 50 Pesos; Liter-Preis: 25 Pesos. Der Bitburger-8-Pack (0,5l-Dose) beim Sam’s stand letzten Samstag bei 90,50 Pesos (= 22,62 Pesos pro Liter).

Zum Vergleich kostete letzten Freitag ein Six-Pack Modelo Especial (ich nehme bewusst dieses, weil a) qualitativ mit den beiden erstgenannten vergleichbar und b) ebenfalls in der Dose — Flaschenbier ist immer teurer) in der 355-ml-Dose bei der Bodega Aurrera um’s Eck 65 Pesos; also 30,51 Pesos pro Liter.

Klar, würde ich Plörren wie Bavaria (NL), Gallo (Guatemala) oder Tropical weiss-nicht-was (Mexico) dazu nehmen, wäre der Liter-Preis niedriger, aber schmecken soll’s schon (das ist auch der Grund, weswegen ich Bier trinke; besaufen kann man sich mit anderem Alkohol wahrscheinlich billiger und effektiver).

Aber: warum soll ich z.B. für ein Modelo Especial fast 35 % (in Worten: fünfunddreissig Prozent!) mehr bezahlen als für ein Bitburger, wenn ersteres wesentlich geringere Lohn- und Transport-Kosten hat und weniger Steuer-Belastung erfährt?

Irgendwas ist da faul im mex. Bier-Gewerbe… – ich habe mich jedenfalls am Wochenende mal wieder mit ein paar Bytes (1 Byte = 8 Bit) aus dem Sam’s eingedeckt.

Prost! 8-)

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Arbeitslosen-Zahlen

“Die Krise ist vorbei. Nun geht es aufwärts mit Wirtschaft und Arbeitsplätzen.” – so ähnlich sagt es immer wieder der mexicanische Präsident.

Die Arbeitslosen-Zahlen sprechen aber von was anderem: im Januar 2010 stiegen sie schon wieder. Nie in der Geschichte Mexico’s hat eine Wirtschafts-Krise so schwer auf die Beschäftigten-Zahlen geschlagen wie diese. Offiziell waren im Januar 2010 5,87 % der Mexicaner arbeitslos; 1,07 % mehr als im Dezember 2009 und 0,87 % mehr als im Januar 2009 (Quelle 1, Quelle 2).

Doch auch 5,87 % wäre z.B. für Deutschland eine Traum-Quote, deshalb hier mal ein paar Zahlen:

Laut INEGI waren im Jahre 2008 45,3 Mio. Mexicaner (und andere in Mexico lebende Menschen) ”ökonomisch aktiv” – sprich: sie haben gearbeitet. Población económicamente activa oder PEA heisst das im INEGI-Jargon. Wie der Wert ermittelt wird, ist mir nicht bekannt, aber wenn es bei einer Bevölkerung von etwa 107 Mio. nur 28 Mio. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren gibt, dann sollte zumindest die Zahl potentieller PEA wesentlich höher sein. Heute arbeiten viele Frauen ebenfalls; da die Anzahl der potentiellen Arbeiter einfach durch (grob) 2 zu teilen, halte ich für äusserst fraglich.

Sei’s drum: von diesen 45,3 Mio. waren 43,5 Mio. Angestellte, aber nur 17,6 Mio. von ihnen waren pflichtgemäss und gesetzlich korrekt bei der staatlichen Sozial-/Kranken-Versicherung IMSS (oder im Sozialsystem für Staatsbedienstete ISSSTE) angemeldet (das sind gerade einmal 40 % der Angestellten) . 11,8 Mio. Menschen waren laut INEGI und Arbeits-Ministerium im “informellen Bereich” tätig, also “offizielle” Schwarzarbeiter, die keine Steuern zahlen und keine soziale Absicherung haben (seltsam, dass die Regierung weiss wieviele es sind, aber nichts dagegen tut…). Der “Rest” der Angestellten (etwa 14 Mio.) war “semi-formell” beschäftigt; sprich: irgendwann im Laufe des Jahres haben sie mal (vielleicht nur für ein paar Wochen) in die Sozial-Versicherung eingezahlt und ansonsten zumindest unterbeschäftigt (wenn nicht eigentlich arbeitslos).

Wie schnell man aus der Statistik fällt, weil langzeit-arbeitslos (falls es sowas in Mexico überhaupt gibt; nach mehreren Monaten ohne Broterwerb wäre man wahrscheinlich längst verhungert), weiss ich nicht, aber ich vermute, recht schnell (da wird man einfach von der PEA abgezogen und gut ist).

Natürlich kann die Milchmädchen-Statistik nicht sagen, wieviele von den “Informellen” und “Semi-Informellen” Arbeit haben, einfach, weil sie nicht erfasst werden können (Steuerzahler und Sozial-Versicherte sind erfassbar). Also wird für die Ermittlung der Arbeitslosen-Quote die Anzahl der IMSS-Versicherten herangezogen, und bei denen sank die Zahl im Zeitraum von November 2008 bis Mai 2009 um gut 637.000 (also etwa 5,4 %).

Voilà, hat man die Quote! (man bedenke, dass meine Zahlen stark gerundet sind)

Wer sagt, Statistik sei schwer? ;-) :mrgreen:

(weitere Lektüre)

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Neue Tricks beim Auto-Klau

Seit Januar 2008 müssen alle Neu-Wagen in und um Mexico-City (in der sogenannten Zona Metropolitana de la Ciudad de México, kurz ZMCM) über einen “Geo-Lokalisations-Apparat” verfügen; so sagt es das Reglamento de Tránsito (die Strassenverkehrs-Ordnung) im Artikel 16, Absatz XI. In den allermeisten Fällen  ist das ein im Wagen irgendwo versteckt installierter GPS-Empfänger, der im Notfall (manche tun es auch periodisch) über GPRS ein Signal an einen Daten-Server sendet. Damit soll der Auto-Diebstahl eingedämmt werden und Autos schneller wieder ausfindig gemacht werden können.

Nun veröffentlichte gestern der Auto-Versicherer-Verband die Jahres-Statistiken zum Diebstahl. Im Jahre 2009 stieg der Auto-Diebstahl in ganz Mexico um 13,4 %; in Mexico-City (= Distrito Federal) ging er zwar um 3,9 % zurück, im Estado de México (meist Umgebung von Mexico-City) stieg er allerdings um 18,8 %. Das sind die Zahlen, die die Versicherer angeben; nichtversicherte gestohlene Wagen wurden also gar nicht erfasst. (Quelle)

Naja, die im Auto installierten GPS-Geräte nützen nicht viel (um nicht zu sagen: gar nichts), wenn man GPS Jammer wie diesen hier problemlos besorgen kann. Auto aufbrechen, jammer in den Zigaretten-Anzünder (noch bevor man das Zündschloss öffnet), und dann kann das GPS senden, was es will, denn es hat keine Ahnung, wo es sich auf diesem Planeten befindet. Wenn das Auto dann in Sicherheit gebracht ist, hat man alle Zeit der Welt, das GPS zu suchen und unschädlich zu machen.

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Sicherheits-Maßnahme

Gestern abend stieg, nachdem sich alle Passagiere im öffentlichen Bus gesetzt hatten, eine uniformierte Sicherheitsfirmen-Dame ein, die beim Durchgehen durch den Bus mit einer modernen kleinen Video-Kamera die Gesichter sämtlicher Passagiere aufnahm. Bei einem möglichen Überfall sollte damit die Identifikation des Täters ein leichtes sein.

Schon im Dezember gefielen mir die Maßnahmen dieser Bus-Firma, die (auch) nicht an jeder Brücke an der Autobahn anhält, sondern nur autorisierte Haltestellen anfährt.

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Arbeits-Bedingungen in Mexico

INEGI (Instituto Nacional de Estadística y Geografía – nationales Statistik- und Geographie-Amt) schreibt:

Ende 2009 gab es:

  • 12,6 Mio. informales (das sind die mit einem Stand am Strassenrand (u.a.), die keinen Centavo Steuern zahlen) und Unterbeschäftigte (938.000 mehr als noch Ende 2008),
  • 12,3 Mio. Arbeitende, die bei der staatlichen Krankenversicherung IMSS sozialversichert sind (816.000 weniger als Ende 2008)
  • knapp 28,7 Mio. Arbeiter, die keinen Zugang zu gesetzlich vorgesehenen Gesundheits-Einrichtungen haben (1,7 Mio. mehr als Ende 2008)
  • etwa 16 Mio. Arbeiter, die weniger als 2 Mindest-Löhne (etwa 50 Pesos am Tag; also um die 3.000 Pesos oder etwa 150 Euro im Monat) verdienen, kaum Zugriff auf Gesundheits-Vorsorge haben und Aussicht darauf, aus der Armut heraus zu kommen (Ende 2008 waren es 2,2 Mio. Menschen weniger).

Aber wir können müssen glücklich sein: der Präsident von Mexico und sein Finanzminister haben die Wirtschaftskrise für beendet erklärt. Dann muss es besser werden. Dass die Situation der Arbeiter schon ohne eine wirtschaftliche Besserung ganz übel aussah und -sieht, wird dabei wie immer ”vergessen” und unter den Teppich gekehrt, denn es muss ja ausländisches Investitions-Kapital angelockt werden.

Zu deutsch: es gibt mehr schwarz Arbeitende als legal mit (allen?) gesetzlichen Rechten ausgestattete Arbeitnehmer. Offensichtlich ist das Volks-”Vertretern” und  Behörden (dabei herausragend: die Steuer-Behörden) herzlich egal; anstatt mehr Menschen dazu zu bekommen, auch tatsächlich ihre Steuern zu zahlen, ist es ja einfacher, die IVA (MwSt) zu erhöhen und eine Telefon- und Kabel-TV-Steuer einzuführen.

(Zahlen aus dem ausführlicheren Artikel Condiciones laborales en México)

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